WMO Genf

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1993 bis 1999

omm genève

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist eine Organisation der Vereinten Nationen. Es handelt sich um ein 9-stöckiges Gebäude mit zusätzlichen 5 unterirdischen Parkebenen. Dieses in Genf auf einem undankbaren Grundstück errichtete Gebäude ist der Weltwächter über Boden, Klima, Hydrologie und Meteorologie des Planeten Erde. 

Der neue Hauptsitz der WMO ist eindeutig ökologisch orientiert und energieeffizient. Das Ziel war es, ein zufriedenstellendes Klima und Komfort in allen Jahreszeiten zu bieten, ein Minimum an nicht erneuerbarer Energie zu verbrauchen und erneuerbare Energie maximal zu nutzen.

Ökologische technische Lösungen können heute wirtschaftlicher und mindestens so komfortabel sein wie sogenannte “traditionelle” Alternativen. Vor dieser Herausforderung standen wir beim neuen WMO-Hauptsitz in Genf, der 1999 fertiggestellt wurde. Das Gebäude ist auf allen Seiten komplett verglast und verbraucht sehr wenig nicht-erneuerbare Energie, ohne dass seine Nutzer unter Hitze oder Kälte leiden.

Konkret bedeutete der Auftrag an unser Ingenieurbüro für den HVAC-Teil (Heating, Ventilation, Air Conditioning, Electricity), dass der neue WMO-Hauptsitz mindestens zwanzig Jahre nach seiner Inbetriebnahme zweckmäßig und auf dem neuesten Stand bleiben musste. Es musste sich an die neuen Arbeitsformen (digitales Nomadentum) anpassen, die eine immer größere Mobilität und Anpassung implizieren, ohne dass schwere und kostspielige Transformationen nötig sind. Außerdem musste die Auswirkung auf die Umwelt minimal sein. Schließlich versteht es sich von selbst, dass die WMO der Wächters des Weltklimas ein Minimum an nicht erneuerbarer Energie verbrauchen sollte, ohne den Komfort zu mindern. Kurzum: Es sollte ein internationaler Energie-Leuchtturm entstehen, der seiner Zeit zwanzig Jahre voraus war.

ERTE hielt sein Versprechen und heute, nach mehr als 20 Jahren Installation, funktioniert das Gesamtenergiekonzept immer noch.

ENERGIEKONZEPT

Multifunktionalität ist in dem von ERTE verfolgten Energiekonzept allgegenwärtig. In Kombination mit einer integralen Planung führt die Multifunktionalität zu Synergien und Einsparungen. Das auffälligste Beispiel ist das Doppelstrom-Lüftungssystem: Es kombiniert Heizung, Lüftung, Luftfilterung, Kühlung und Befeuchtung in einem einzigen System, im Gegensatz zu den zwei Systemen (Lüftung und Wasser als Heiz- und Kühlungsystem), die in 99% der Verwaltungsgebäude weltweit verwendet werden.

Diese Lüftung ist fast vollständig in das vertikale Tragwerk, die berühmten “Lüftungspfeiler“, und in das horizontale Tragwerk, die Stahlbetondecken, des Gebäudes integriert.

Dadurch konnten kostspielige Zwischenböden und -Hohldecken eliminiert und der Gegenwert einr Etage eingespart werden, ein Ersparnis von ca. zehn Millionen Franken.

Dieses äußerst kühne Konzept war in Europa noch nie zuvor in so großem Maßstab umgesetzt worden. Eine weitere Folge war, dass die sehr große thermische Masse des Gebäudes für den Komfort der 650 bis 800 Personen “freigesetzt” und “erhöht” wurde, während gleichzeitig die Kühlleistung für die Klimatisierung reduziert warden konnte.

Die vom Bauingenieur ursprünglich geplanten Stahlbetondecken mit einer Stärke von 20 cm waren für die Statik des Gebäudes ausreichend. ERTE forderte und erhielt eine Stärke von 27 cm, die damit als Raum für die Integration der Fußbodenheizung und -kühlung, aber durch Luft, also ohne einen einzigen Wassertropfen, genutzt werden konnte, und auch für die Integration der Computerverkabelung und der Stromversorgung.

Dieses Energiekonzept ist also außerordentlich nachhaltig und wird so lange leben wie das Gebäude selbst: 100 Jahre, mehr…?

FAZIT

Die durchgeführten Tests und Beobachtungen bewiesen die Machbarkeit und Robustheit des Systems an einem zu 100% verglasten Gebäude, wobei sich diese Art von Gebäude in der Regel überhitzt, manchmal sogar im Winter (Winterkühfall) und an sonnigen Tagen mitten im Winter klimatisiert werden muss. Heute kann festgestellt werden, dass die Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen, sowohl die natürlichen als auch die mechanischen, wie geplant, berechnet und mit der IGLOU-Software simuliert, funktionieren.

Der neue WMO-Sitz, war nur möglich, weil er das Ergebnis der Umsetzung verstandener und angepasster Formeln war und nicht der systematischen Anwendung vorgefertigter Rezepte. Eines dieser Rezepte, das an eine Modeerscheinung grenzt, hätte aus aktiven Kalte-Wärme-Decken bestanden. Eine gängige und weit verbreitete Lösung, deren Ergebnisse garantiert sind, sicherlich, aber zum Preis einer zusätzlichen Installation. In diesem Fall wäre nur ein separates minimalistisches Lüftungssystem möglich gewessen, um ein Minimum an Luft den Mitarbeitern zu bringen, damit sie nicht in ihren eigenen CO₂-Emissionen “ersticken”.

Machen wir uns nichts vor: Neue Lösungen zu finden, um billigere, weniger umweltbelastende und umweltfreundlichere Gebäude zu erreichen, erfordert Zeit für gründliche und langwierige Studien, insbesondere um neue Konzepte zu verifizieren. Fehler können hier kostspielig sein, da im Bauwesen der Prototyp oft das endgültige Gebäude ist.

Eine zweite Schlussfolgerung betrifft die Zuverlässigkeit von Systemen: Die sichersten Systeme sind die so genannten “passiven”, d. h. solche mit wenigen oder keinen mechanischen Teilen, oder solche, die strukturell einfach sind, auch wenn ihr Design neueren Datums ist. Mit anderen Worten: Je komplexer ein mechanisches System ist, desto unzuverlässiger ist es, selbst wenn es seit Jahren getestet wurde. Die auftretenden Probleme sind in der Regel menschlichen Ursprungs, sei es durch unzureichendes Management der Anlagen, Nachlässigkeit bei der Ausführung oder Laxheit in Bezug auf Anpassungen, Endbearbeitung oder sogar Wartung.

Traditionelle Techniken können nicht mehr so leicht mit neuen Konzepten konkurrieren, und wenn sie noch nicht im Namen des Umweltschutzes verdammt werden, wird dies höchstwahrscheinlich in naher Zukunft der Fall sein. Heute können ökologische und ökonomische Lösungen im Vordergrund stehen, weil diese nicht mehr utopisch sind. Sie existieren, sie sind da, sie sind zuverlässig, nachhaltig und frei von unkalkulierbaren Risiken.

Alles, was wir tun müssen, ist sie zu akzeptieren.

Experten für Gebäudetechnik

Seit 1984

ERTE CONSULTING ENGINEERS AG ist ein Planungsbüro​ spezialisiert auf die Planung und Installation von Gebäudetechnik. Wir planen, wir berechnen, wir koordinieren und vor allem implementieren und optimieren Ihre Anlagen, um die bestmögliche Energieeffizienz zu erreichen und dabei die Umwelt nachhaltig zu schonen.

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WMO Genf – 1993 bis 1999

omm genève

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist eine Organisation der Vereinten Nationen. Es handelt sich um ein 9-stöckiges Gebäude mit zusätzlichen 5 unterirdischen Parkebenen. Dieses in Genf auf einem undankbaren Grundstück errichtete Gebäude ist der Weltwächter über Boden, Klima, Hydrologie und Meteorologie des Planeten Erde. 

Der neue Hauptsitz der WMO ist eindeutig ökologisch orientiert und energieeffizient. Das Ziel war es, ein zufriedenstellendes Klima und Komfort in allen Jahreszeiten zu bieten, ein Minimum an nicht erneuerbarer Energie zu verbrauchen und erneuerbare Energie maximal zu nutzen.

Ökologische technische Lösungen können heute wirtschaftlicher und mindestens so komfortabel sein wie sogenannte “traditionelle” Alternativen. Vor dieser Herausforderung standen wir beim neuen WMO-Hauptsitz in Genf, der 1999 fertiggestellt wurde. Das Gebäude ist auf allen Seiten komplett verglast und verbraucht sehr wenig nicht-erneuerbare Energie, ohne dass seine Nutzer unter Hitze oder Kälte leiden.

Konkret bedeutete der Auftrag an unser Ingenieurbüro für den HVAC-Teil (Heating, Ventilation, Air Conditioning, Electricity), dass der neue WMO-Hauptsitz mindestens zwanzig Jahre nach seiner Inbetriebnahme zweckmäßig und auf dem neuesten Stand bleiben musste. Es musste sich an die neuen Arbeitsformen (digitales Nomadentum) anpassen, die eine immer größere Mobilität und Anpassung implizieren, ohne dass schwere und kostspielige Transformationen nötig sind. Außerdem musste die Auswirkung auf die Umwelt minimal sein. Schließlich versteht es sich von selbst, dass die WMO der Wächters des Weltklimas ein Minimum an nicht erneuerbarer Energie verbrauchen sollte, ohne den Komfort zu mindern. Kurzum: Es sollte ein internationaler Energie-Leuchtturm entstehen, der seiner Zeit zwanzig Jahre voraus war.

ERTE hielt sein Versprechen und heute, nach mehr als 20 Jahren Installation, funktioniert das Gesamtenergiekonzept immer noch.

ENERGIEKONZEPT

Multifunktionalität ist in dem von ERTE verfolgten Energiekonzept allgegenwärtig. In Kombination mit einer integralen Planung führt die Multifunktionalität zu Synergien und Einsparungen. Das auffälligste Beispiel ist das Doppelstrom-Lüftungssystem: Es kombiniert Heizung, Lüftung, Luftfilterung, Kühlung und Befeuchtung in einem einzigen System, im Gegensatz zu den zwei Systemen (Lüftung und Wasser als Heiz- und Kühlungsystem), die in 99% der Verwaltungsgebäude weltweit verwendet werden.

Diese Lüftung ist fast vollständig in das vertikale Tragwerk, die berühmten “Lüftungspfeiler“, und in das horizontale Tragwerk, die Stahlbetondecken, des Gebäudes integriert.

Dadurch konnten kostspielige Zwischenböden und -Hohldecken eliminiert und der Gegenwert einr Etage eingespart werden, ein Ersparnis von ca. zehn Millionen Franken.

Dieses äußerst kühne Konzept war in Europa noch nie zuvor in so großem Maßstab umgesetzt worden. Eine weitere Folge war, dass die sehr große thermische Masse des Gebäudes für den Komfort der 650 bis 800 Personen “freigesetzt” und “erhöht” wurde, während gleichzeitig die Kühlleistung für die Klimatisierung reduziert warden konnte.

Die vom Bauingenieur ursprünglich geplanten Stahlbetondecken mit einer Stärke von 20 cm waren für die Statik des Gebäudes ausreichend. ERTE forderte und erhielt eine Stärke von 27 cm, die damit als Raum für die Integration der Fußbodenheizung und -kühlung, aber durch Luft, also ohne einen einzigen Wassertropfen, genutzt werden konnte, und auch für die Integration der Computerverkabelung und der Stromversorgung.

Dieses Energiekonzept ist also außerordentlich nachhaltig und wird so lange leben wie das Gebäude selbst: 100 Jahre, mehr…?

FAZIT

Die durchgeführten Tests und Beobachtungen bewiesen die Machbarkeit und Robustheit des Systems an einem zu 100% verglasten Gebäude, wobei sich diese Art von Gebäude in der Regel überhitzt, manchmal sogar im Winter (Winterkühfall) und an sonnigen Tagen mitten im Winter klimatisiert werden muss. Heute kann festgestellt werden, dass die Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen, sowohl die natürlichen als auch die mechanischen, wie geplant, berechnet und mit der IGLOU-Software simuliert, funktionieren.

Der neue WMO-Sitz, war nur möglich, weil er das Ergebnis der Umsetzung verstandener und angepasster Formeln war und nicht der systematischen Anwendung vorgefertigter Rezepte. Eines dieser Rezepte, das an eine Modeerscheinung grenzt, hätte aus aktiven Kalte-Wärme-Decken bestanden. Eine gängige und weit verbreitete Lösung, deren Ergebnisse garantiert sind, sicherlich, aber zum Preis einer zusätzlichen Installation. In diesem Fall wäre nur ein separates minimalistisches Lüftungssystem möglich gewessen, um ein Minimum an Luft den Mitarbeitern zu bringen, damit sie nicht in ihren eigenen CO₂-Emissionen “ersticken”.

Machen wir uns nichts vor: Neue Lösungen zu finden, um billigere, weniger umweltbelastende und umweltfreundlichere Gebäude zu erreichen, erfordert Zeit für gründliche und langwierige Studien, insbesondere um neue Konzepte zu verifizieren. Fehler können hier kostspielig sein, da im Bauwesen der Prototyp oft das endgültige Gebäude ist.

Eine zweite Schlussfolgerung betrifft die Zuverlässigkeit von Systemen: Die sichersten Systeme sind die so genannten “passiven”, d. h. solche mit wenigen oder keinen mechanischen Teilen, oder solche, die strukturell einfach sind, auch wenn ihr Design neueren Datums ist. Mit anderen Worten: Je komplexer ein mechanisches System ist, desto unzuverlässiger ist es, selbst wenn es seit Jahren getestet wurde. Die auftretenden Probleme sind in der Regel menschlichen Ursprungs, sei es durch unzureichendes Management der Anlagen, Nachlässigkeit bei der Ausführung oder Laxheit in Bezug auf Anpassungen, Endbearbeitung oder sogar Wartung.

Traditionelle Techniken können nicht mehr so leicht mit neuen Konzepten konkurrieren, und wenn sie noch nicht im Namen des Umweltschutzes verdammt werden, wird dies höchstwahrscheinlich in naher Zukunft der Fall sein. Heute können ökologische und ökonomische Lösungen im Vordergrund stehen, weil diese nicht mehr utopisch sind. Sie existieren, sie sind da, sie sind zuverlässig, nachhaltig und frei von unkalkulierbaren Risiken.

Alles, was wir tun müssen, ist sie zu akzeptieren.